das Experiment

35*x – das Experiment, um sich neue Gewohnheiten anzueignen

Heute beginne ich mit einem neuen Experiment, von dem ich euch letzte Woche ja bereits einen Vorgeschmack gegeben habe.

Kürzlich erzählte mir eine Freundin, dass es wissenschaftlich erwiesen sei, dass man 35 Tage bräuchte, um sich neue Gewohnheiten anzueignen. Wenn man an jedem Tag diese neue Sache für eben diesen Zeitraum von 35 Tagen wiederholen würde, dann hätte sich diese Tätigkeit so verinnerlicht, dass sie in die alltägliche Routine überginge. Sie selber hatte es schon ausprobiert und es hatte bei ihr geklappt.

Das beeindruckte mich und erscheint mir wirklich einleuchtend. Jedenfalls fällt mir da direkt eine ganze Reihe von Sachen ein, die man wirklich mal ausprobieren könnte. Zum Beispiel 35 Tage darauf zu achten, dass die Kinder, wenn sie nach Hause kommen, ihre Jacken aufhängen und ihre Schuhe ordentlich wegstellen. Oh, wie schön wäre es, wenn ich nicht mehr 20 mal am Tag ihnen alles hinterher räumen müsste. Oder man könnte wieder anfangen jeden Tag seine Bauchübungen zu machen und jeden Tag mit dem Fahrrad zu fahren, was gerade zu Beginn der Bikinisaison sicher sinnvoll wäre. Vielleicht wäre es auch pädagogisch sinnvoll, wenn man sich daran gewöhnt nur noch abends in sein Smartphone zu gucken, um wieder rechtfertigen zu können, warum die Kinder nicht so oft an den Computer dürfen.

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Mir gefällt aber eigentlich der Gedanke am besten, jeden Tag etwas für mich zu tun. Einen bewussten Augenblick, der nur für mich da ist. Denn diese Zeiten stehen meist ganz unten auf meiner täglichen To-Do-Liste. Und da ich vor einem Jahr, meinen Traum vom eigenen Klavier verwirklicht habe und seitdem jede Woche Unterricht nehme, könnte ich doch versuchen das tägliche Üben zur Gewohnheit werden zu lassen. Einfach mal 35 Tage seine eigenen Interessen nicht mehr hinten anzustellen, sondern genauso ernst zu nehmen wie die täglichen Arbeiten für die Familie. 10-15 Minuten am Tag müssten doch ganz leicht drin sein, und ich würde bei meinem aktuellen, eigentlich viel zu schweren, aber heiß geliebten Stück „Someone like you“ von Adele ernsthaft vorankommen können.

Das Experiment beginnt heute und ich werde euch in 35 Tagen darüber informieren, ob meine ausgewählte Tätigkeit wirklich in Fleisch und Blut übergegangen ist. Vielleicht habt ihr ja auch Lust, das Ganze mal auszuprobieren. Ich würde mich jedenfalls freuen, von euren Versuchen zu hören.

Eure Inga

8+x – das Experiment – Fazit nach drei Wochen

Bett

Heute melde ich mich wieder zurück zum „mindful Mittwoch“ mit dem Bericht von meinem Experiment 8+x, bei dem ich testen wollte, wie sich der Alltag verändert, wenn man stets ausgeschlafen ist. Und eigentlich wollte ich mich schon letzte Woche melden, in der ich tatsächlich geschafft habe über 8 Stunden täglich zu schlafen – der Feiertage sei Dank. Und es fühlte sich super an.

In der folgenden Woche sah das Ganze allerdings schon anders aus. Denn ehrlich gesagt, fiel es mir schwer in einer normalen, sprich durchgetakteten, ziemlich vollen Woche weiterhin dafür zu sorgen, ausgeschlafen zu sein. Zu sehr brauchte ich mal den kurzen Augenblick am Abend für mich oder aber ich lag so platt auf dem Sofa, dass ich zu müde war, um ins Bett zu gehen. Vielleicht kennt ihr das Gefühl ja?

Und ich habe beschlossen mein Experiment an dieser Stelle zu beenden, da mich nunmehr eine sehr viel interessantere Frage umtreibt, von der ich euch am nächsten „mindful Mittwoch“  erzählen möchte.

Hier also mein abschließendes Fazit aus dem Experiment 8+x:

Ausgeschlafen zu sein, fühlt sich richtig gut an! Man hat wirklich mehr Kraft und Geduld im Alltag mit den Kindern. Und ich hatte wirklich das Gefühl, meinen Alltag wesentlich besser gestalten und bewältigen zu können. Mit den Kräften zu haushalten und auf sich und seinen Körper zu achten ist in jeden Fall eine wichtige Erkenntnis aus meinem Experiment, und das kann ich nur jedem empfehlen.

Doch auf die Dauer ist das zeitige Zubettgehen auch wirklich langweilig. Und nach meiner Erfahrung der letzen drei Wochen bringt mehr Schlaf proportional eben nicht auch immer mehr Entspannung mit sich. Es ist nämlich auch total schön, wenn man sich abends mit Freunden trifft, quatscht und Spaß hat, und man dann eben nicht auf seine 8 Stunden kommt. Denn bei diesen Treffen, von denen wir als Mütter viel zu wenig haben, können wir auch wieder auftanken. Aber eben auf eine andere Art.

Doch was der eigentliche Haken an diesem Experiment ist, ist die Gewohnheit. Denn, seien wir mal ehrlich, meist machen wir abends eben doch nicht mehr die tollen Sachen, fangen eben um 9 Uhr abends keine Nähprojekte an oder führen inspirierende Gespräche mit dem Liebsten. Nein, oft versackt man vor der Glotze oder vor dem Handy. Und das sind eben auch keine Qualitätszeiten. Dann könnte man eigentlich auch ins Bett gehen. Wenn der innere Schweinehund sich da nicht breit machen und uns daran hindern würde, alte Gewohnheiten aufzubrechen.

Und dieser Gedanke brachte mich auf die Idee für das neue Experiment, das ich euch nächsten Mittwoch genauer vorstellen werde.

Eure Inga

8+x – das Experiment – Woche 1

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Nun ist eine Woche meines Experimentes um und ich wollte euch, wie versprochen, davon berichten, ob es sich wirklich lohnt dauerhaft ausreichend zu schlafen.

Ich habe tatsächlich in den letzten sieben Tagen durchschnittlich 8 Stunden und 12 Minuten geschlafen und das tat gut, kann ich euch sagen! Am schönsten waren die kleinen Mittagsschläfchen, die ich natürlich laut meiner eigenen Experimentregeln  öfters einschieben musste, weil ich nachts selten auf die angestrebten acht Stunden kam. Diese kleinen Pausen haben mir wirklich wieder Kraft für den Nachmittag mit meinen Kindern gegeben. Auch das Zubettbringen am Abend lief dann viel entspannter ab, und dass, obwohl ich zwischen sieben und acht Uhr abends in der Regel meinen absoluten Tagestiefpunkt habe. Zu dieser Zeit könnte ich wie ein alter Ackergaul im Stehen einschlafen, wenn die Kinder nicht so laut wären. Aber nicht in der vergangenen Woche. Ausreichender Schlaf und ein langes Himmelfahrtswochenende haben sogar dazu geführt, dass ich angefangen habe, dem Mittleren einen dicken Michael-Ende-Schinken vorzulesen, wozu mir in letzter Zeit, ehrlich gesagt, oft die Energie fehlte.

Denn das frühe Zubettgehen, muss ich zugeben, fällt mir momentan immer noch schwer. Zumal unsere Kleinste zurzeit aus ihrem Mittagsschlaf herauswächst, ihn aber bisher meist trotzdem macht und deshalb abends leider erst mit uns einschlafen will. Und einen kurzen Moment der Zweisamkeit und des Abschaltens vom Tagesgeschehen brauche ich abends einfach noch.

Doch komischerweise hat sich das in meinem letzten Post beschriebene Gefühl, wirklich ganz ausgeschlafen zu sein, bisher bei mir noch nicht eingestellt. Aber schauen wir mal wie die Woche zwei so wird…

Ich wünsche euch eine gute Nacht!

Eure Inga