Übernachtungsparty zum 10. Geburtstag

Nun war es endlich soweit. Offensichtlich haben bei unserer Großen diese netten, überschaubaren Kindergeburtstage von 15-18 Uhr ausgedient. Und nachdem ihr kleiner Bruder nun schon zum 2. Mal innerhalb von einigen Monaten zu einem 7. Geburtstag auf eine Übernachtungsfeier eingeladen war, konnten wir der Großen denselben Wunsch zu ihrem 10. Geburtstag echt nicht mehr abschlagen. Und nachdem wir sie überzeugen konnten, dass wir wirklich unmöglich mehr als 8 Kinder bei uns beherbergen könnten und wir den benötigten Platzbedarf auf unserem Fußboden mit Zollstöcken gemeinsam abgemessen haben, ging es an die Einladung, die ich euch ja schon vor einigen Wochen hier auf dem Blog vorgestellt habe.

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Ein Geburtstag zuhause bedeutet erfahrungsgemäß ja immer mehr Arbeit und Engagement für die Mama. Die Kinder wollen ja schließlich was Tolles machen. Zuerst hatte ich mir überlegt, das jedes Kind mit meiner Hilfe ein Kirschkernkissen für die Nacht in Form eines kleinen Eisbären nähen könnte, welches dann, schön erwärmt, jedem Kind beim Einschlafen helfen würde. Zumal der Eisbär als Klassentier meiner Großen und der meisten anderen Gäste sehr beliebt ist. Eine tolle Idee, wie ich dachte. Doch meiner Großen gefiel der Gedanke, ein Schlafzelt für die Nacht zu bauen, das dann jedes Kind mit nach Hause nehmen dürfte, dann doch besser. Und da in unserem kleinen Häuschen der einzige Ort, an dem alle Gäste gemeinsam in einem Raum schlafen konnten, das offene Wohn- und Esszimmer ist, das ja nun nicht der kuscheligste Ort im Haus ist, dachte ich mir, dass so gemütliche Schlafzelte für die Kinder irgendwie ja auch ganz schön sein könnten.

Dann ging es für mich an die Planung ein möglichst schnell und einfach zu bauendes Zelt zu entwerfen, wobei jedes Kind möglichst viel selber machen sollte und die Kosten dafür auch nicht explodieren sollten.

Hier die Anleitung für euch, wenn ihr für eure Kinder oder eine ganze Horde Geburtstagsgäste auch so ein Zelt bauen wollt.

Material Zeltbau

Ihr braucht für ein Zelt:

  • 4 Vierkanthölzer (z.B. 22mm x 45mm) Länge= 1,00m
    Wir haben im Baumarkt 2m lange Latten gekauft, die wir dann gut transportieren konnten und in der Mitte geteilt haben. Pro laufendem Meter kann man da mit etwa 30ct rechnen. Damit wir auf der Geburtstagsfeier zeitlich alles gut schaffen konnten, haben wir die Vierkantlatten bereits vorher abgelängt. Die Kinder mussten die sägerauhen Latten dann noch von Hand mit Schleifpapier etwas schleifen, damit man sich keine Splitter mehr einziehen kann. Die großen 24mm-Löcher, die man in jede Vierkantlatte auf beide Seite 4 cm vom Rand zentriert bohren muss, wollten wir eigentlich zusammen mit den Kindern bohren. Da bei einer normalen Handbohrmaschine aber große Unwuchten bei derart großen Löchern entstehen, hat mein Mann das auch für jedes Kind vorbereitet. Da muss man halt etwas aufpassen. Den 24mm-Bohrkopf, den man dafür benötigt, kann man ebenfalls im Baumarkt kaufen.
  • 3 Rundhölzer Durchmesser 24mm, Länge= 1,22m
    Da Rundholz tendenziell eher teures Holz ist, habe ich mich im Netz auf die Suche gemacht und bin bei Amazon auf ein  Besenstielangebot gestoßen, bei dem man gleich 50 Besenstiele im Set bekommen hat. (Für die übrigen Besenstiele, die hier jetzt noch zuhause liegen, muss ich mir dann wohl ein neues DIY-Projekt überlegen – vielleicht Steckenpferde auf dem nächsten Geburtstag meiner Kleinsten.)
  •  2x 6mm Dübel zur Sicherung gegen Verrutschen der Vierkantlatten haben wir außen in die oberen Rundhölzer gesteckt, nachdem wir hier ein kleines Loch vorgebohrt haben.
  • 1 alten Bettdeckenbezug, den die Kinder selber von zuhause mitbringen sollten. Bei den Bettbezügen eignen sich besonders solche gut, die an der Spitze seitliche Durchgriffe haben, dann kann man die Rundhölzer nämlich ganz einfach durch den Bettbezug ziehen. Die andere Möglichkeit ist, die Spitzen jeweils ein Stück aufzutrennen, so dass der Besenstiel an dieser Stelle durch den Bezug passt.
  • 2x 35mm lange Schrauben zur Sicherung gegen Verrutschen haben wir nach dem Aufbau der Betten noch in die Vierkantlatten gedreht, damit die Zelte in der Nacht nicht über den Kindern zusammenfallen. Alternativ kann man aber auch ein Band an den beiden unteren Rundhölzern spannen, so dass man ein statisch stabiles Dreieck erhält.

Wie-baut-man-ein-SchlafzeltZuerst steckt man den oberen Rundstab durch die vier oberen Vierkantlatten, so dass schon das grobe Zeltgerüst entsteht. Dann legt man den Bettdeckenbezug über die obere Stange und zieht dann die unteren Rundhölzer durch die äußeren Spitzen des Bettbezugs, bevor man die Rundstäbe durch die unteren Bohrungen in die Vierkantlatten steckt. Wenn man die Maße beim Bohren einhält, sollte der Bettdeckenbezug genau über die Rundhölzer passen und der Stoff gut gespannt sein.

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Wir haben dann nach dem schwedischen Abendbrot mit original IKEA-Köttbullar und Pommes und der kurzen Nachtwanderung, die Bettlager aufgebaut. Wir konnten gerade so alle neun Zelte aufbauen, nachdem wir unseren Esstisch und die Stühle weggeräumt hatten. Nach dem wunderschönen Kinofilm „Eine zauberhafte Nanny – Knall auf Fall in ein neues Abenteuer“  mit ganz viel Popcorn und anderen Schleckereien waren die Kids dann auch bereit für ihre gemütlichen Schlaflager und haben eine ruhige und entspannte Nacht gehabt.

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Und am nächsten Morgen gab es bei uns natürlich die obligatorischen Besucherkindpfannkuchen, die ich für euch ja schon einmal in einem anderen Post beschrieben habe.

Einige Zelte habe ich bereits bei den Freunden meiner Großen zuhause aufgebaut gesehen und freue mich natürlich, dass sie weiter bespielt werden.

Euch viel Spaß beim Nachbauen!

Eure Inga